Samstag, 24. Mai 2014

Lebensgefährte / Lebensgefährtin ...


... ist nach meinem und sicher auch Eurem Verständnis Jemand, der das Leben, evtl. Tisch und Bett und auf alle Fälle Freud und Leid mit einem teilt (siehe Duden). Und notfalls kann man diese Beziehung, wenn es miteinander so garnicht mehr geht, auch beenden.

Leider gibt es auch Lebensgefährten, bei denen so garnichts davon zutrifft :(
Seit gut drei Jahren begleitet mich Hashimoto Thyreoiditis. Nicht so schlimm, da nimmt man brav das Schilddrüsenhormon, die Blutwerte sind gut und alles passt - so ungefähr die damalige Aussage meiner Hausärztin, die ich vertrauensvoll geglaubt habe. Eine Zeitlang war auch alles in Ordnung. Inzwischen bin ich eines anderen belehrt worden.

Seit über einem halben Jahr dümple ich mit den verschiedensten "Wehwehchen" so vor mich hin. Wenig Energie, zu wenig Freude an den schönen Dingen, die durchaus in meinem Leben stattfinden, viel müde, viel Hunger, viel Gewicht ... Erst durch ein neues Buch in unserer Bücherei bin ich aufmerksam geworden. "Jeden Tag wurde ich dicker und müder" - wie passend. Buch geholt, ziemlich in einem Rutsch gelesen und "aha" gedacht. Danach habe ich im Internet gestöbert und eine lange Liste von Beschwerden/Symptomen gefunden, wo frau sich dann das jeweils passende "aussuchen" kann.

Weil "rumdümpeln" aber auch eine der Begleiterscheinung sein kann, hat es wieder ein Weilchen gedauert, bis ich mich zwecks neuer Blutwerte und einer anstehenden Sonographie zu einem anderen Arzt aufgemacht habe, der mir zum Thema empfohlen worden ist.

Inzwischen etwas belesen, konnte ich bei der Besprechung der Werte (die - wie kann's auch anders sein - ziemlich im Normbereich liegen) konkrete Fragen stellen, die teilweise ausführlich beantwortet wurden. Allerdings kam auf die Frage "und was tue ich gegen die Beschwerden wie ...." kam dann freundlich "das muss man einfach aussitzen, in der heißen Phase kann man nichts dagegen tun". Die Einnahme eines Antidepressivum habe ich kategorisch ausgeschlossen, der Arzt war da meiner Meinung. Ach ja, die "heiße Phase" kann angeblich drei bis fünf Jahre dauern - tolle Aussichten. Zu Hause hab ich erstmal eine Runde geheult ...

Nach einer Weile weiteren "rumdümpelns"habe ich ich mir nun was überlegt:
Wahrscheinlich werden der/die/das Hashimoto-Dingens und ich das Leben gemeinsam verbringen müssen, trotzdem möchte ich selbstbestimmt und gutgelaunt mein Leben genießen. Wenn ich das Dingens schon nicht loswerden kann, werde ich nach Möglichkeiten suchen, wie wir es besser miteinander aushalten können.

Gekauft habe ich mir ein Buch, das mir gut gefällt, weil es viele Möglichkeiten der Behandlung (und hoffentlich Erleichterung) bei vielen Symptomen zusätzlich zur Einnahme des Schilddrüsenhormons aufzeigt und nicht nur in eine Richtung geht.


Für meine Urlaubswoche Anfang Juni habe ich einen Termin bei einer Heilpraktikerin, die mir empfohlen wurde. Dann werden wir sehen ...

Keine Angst, es wird hier künftig keine "Sprechstunde" zum Thema geben, ich wollt' Euch einfach nur mal erzählen, wie es mir grad so geht und warum hier so wenig los ist.

Und jetzt lass ich mal wieder den Haushalt liegen und mache mich (etwas mühsam, aber immerhin) zu einem Pilgernachmittag auf, den ich für den Treffpunkt für Alleinerziehende gestalte.

Schönes Wochenende für Euch !!

Kommentare:

  1. Großartig, dass Du Dich nicht entmutigen lässt und einfach mal die "Schleusen öffnest", wenn der Druck zu groß wird. Aussagen über Erkrankungen, egal von welcher Seite, sind stets mit Vorsicht zu genießen. Noch wird der Individualität kaum Beachtung geschenkt. Als mündige Patienten haben wir jedoch Möglichkeit und Pflicht uns eingehend zu informieren und erreichen damit Wissen, das schon recht gut die Spreu vom Weizen trennen lässt.

    Alles Liebe und Gute
    Beate

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    1. Danke Dir! Leider sehen manche Ärzte nicht so gerne mündige und aufgeklärte Bürger ;). Liebe Grüße in den Norden, Christine

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  2. Liebe Christine, ich finde es gut, dass Du Dich aktiv mit Deinem Körper und seinen Symptomen auseinandersetzt. Meiner Meinung nach hilft gerade im chronischen Bereich ein ganzheitlicher Ansatz am allerbesten. Ich wünsche Dir, dass Du Deine "heiße Phase" bald überstanden hast, sich die Werte einpendeln und Du eine gute Begleitung durch die Heilpraktikerin erfährst. Alles Liebe, Martina :-)

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    1. Danke auch Dir und herzliche Grüße, Christine

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  3. Liebe Christine, ich habe ja den gleichen Weggefährten wie du. Leider auch von vielen anderen Symptomen begleitet. Mit den Einen kann man besser mit den anderen kann man schlechter leben. Ganz hilfreich und unterstützend ist bei mir die Ernährung und ein soweit wie möglich sehr geregelter Tagesablauf. Stress vermeiden - nicht immer möglich, aber auch immens wichtig. Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell wieder aus der heißen Phase kommst. Ein ganz wichtiger Punkt war für mich auch die Krankheit zu akzeptieren. Lange Zeit habe ich mich nämlich als früher sehr sportlicher und agiler Mensch dagegen gewehrt. Wenn du Hilfe brauchst und sei es auch nur mal moralischer Natur, also ein Gespräch oder so, melde dich gerne.
    Hab einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  4. Vielen Dank liebe Sabine ♥ - mit der Ernährung übe ich seit einiger Zeit wieder den LOGIschen Pfad, mal gelingt es besser, mal schlechter. Am geregelten Tagesablauf kann ich sicher arbeiten, Stress veringern - da ist viel Luft nach oben :). Liebe Grüße, genieße den ersten ohne-Umzug-Sonntag! Christine

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  5. Gestern schon gelesen bei einer schnellen Lieblingsblogrunde, heute erst Zeit zum Schreiben. Von dieser Art Schilddrüsenerkrankung habe ich noch nie gehört, aber jetzt im Internet nachgelesen, dass es wohl recht häufig vorkommt. Puh, das muss wirklich lästig sein, so ausgebremst zu werden! Antriebslose Phasen habe ich auch immer wieder, aber bei mir ist es echte Faulheit... Ich bewundere dich, dass du unter diesen Umständen so fleißig und regelmäßig wandern gehst, auch wenn du dich vielleicht mal dazu überwinden musst. Das finde ich toll. Ich wünsche dir, dass deine Heilpraktikerin dir viele gute Tipps geben kann, wie du die Symptome besser in den Griff bekommst.
    Herzliche Grüße von Brigitte (die nach einem sehr arbeitsreichen Wochenende heute nachmittag total faul auf dem Sofa rumchillt) :-)

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  6. Total faul auf dem Sofa rumgechillt habe ich gestern nachmittag auch, zur Maiandacht hat die Energie nicht mehr gereicht. Ja, zum Rausgehen und Wandern raffe ich mich oft auf, dafür bleibt daheim viel liegen. Aber ich bin jetzt ganz guten Mutes. Lieben Gruß und Danke für Deine guten Wünsche, Christine

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