Dienstag, 2. August 2011

Langsam komme ich in das Alter ....

... wo einem die Knie beim Bergabgehen Beschwerden bereiten. Und so mache ich mich an meinem zweiten Urlaubstag zu Fuß auf zur Krüner Alm, reichlich Höhenmeter liegen vor mir, aber ich weiß, dass sich das Ziel lohnt. Vor zwei Jahren habe ich für den "Aufstieg" den Almbus gewählt und bin zurück gelaufen, diesmal geht es umgekehrt. Gestern abend habe ich mir noch schnell einen letzten Platz im Bus reserviert - spontaner Entschluss, das gute Wetter muss genutzt werden.

Für das erste Stück Straße bis zum Eingang Finzklamm nehme ich mein Fahrrad. Ob das so eine gute Idee war? Mit Bergschuhen, wie immer viel zu schwerem Rucksack und meinen NW-Stöcken ist das radeln garnicht so einfach und ich komme nach gut 10 Minuten bereits total aus der Puste an - das kann ja heiter werden ...



Mal sehen, wie lange ich brauchen werde. Ich habe ca. 4 Stunden mit Pausen eingeplant, schließlich will ich oben genug Zeit für eine Rast und den weiteren Weg zur Wallgauer Alm haben.

Die Finzbachklamm ist nicht so spektakulär wie z.B. die Partnach- und Höllentalklamm aber sehr schön und wenig begangen.






Ich liebe so schmale Waldwege, es ist nichts zu hören außer dem Rauschen des Finzbaches und meinem Geschnaufe, weil es schon bald stetig bergauf geht. Kein Mensch begegnet mir - ich genieße das Alleinsein.

Kommt denn bald der Bus? Neeee, ab hier geht es noch 2/3 der Wegstrecke bergauf. Kurze Trinkpause und weiter geht's!




Stilleben zur Halbzeit!


Bis hierher verläuft der alte Fahrweg zur Alm meist im Schatten und nur gemächlich bergan - etliches an Höhenmetern muss da noch kommen - gleich nach der nächsten Kurve geht es dann auch schon "zur Sache" ....

Langsam stapfe ich voran, irgendwann werde ich schon ankommen. Am Ende dieses Weges kommt man auf die Forststraße, ein ganzes Stück geht es ohne Schatten stetig bergauf dahin - meditatives Gehen hat es Angelika letztens genannt. Und dann bin ich doch an der Materialseilbahn angekommen, hat garnicht so lange gedauert. Von hier aus noch ca. 30 Minuten auf einem neu angelegten Weg durch den Wald.

Bei einer der vielen kleinen Verschnaufpausen gibt es seltsame Dinge zu entdecken:



Weit kann es jetzt nicht mehr sein ...






Und dann bin ich da!!! Ich kann es kaum glauben, reine Gehzeit nur 2,5 Stunden - ich bin doch garnicht so schlecht.

Max, der Almhirt und Hüttenwirt belohnt mich mit einer guten Brotzeit, die herrliche Aussicht gibt es gratis dazu und ich darf, nachdem ich gefragt habe, meine mitgeschleppten Radieschen und Karotten auspacken.
Hier auf der Krüner Alm gibt es weder Strom noch einen Trinkwasser-Aufbereiter - aber die Auwahl an kalten Brotzeiten ist meiner Meinung nach für eine Alm völlig ausreichend. Alkoholfreien Russ' kriege ich, darauf habe ich mich schon den ganzen Weg gefreut.



Ein Stück oberhalb der Almhütte gibt es Gott-sei-Dank ein "stilles Örtchen".




Dieser treuherzig schauende Ochse wird Max' Weihnachtsbraten - so ist das Leben - oder hat man mich auf den Arm genommen ???

Nach einer ausgiebigen Rast mache ich mich auf den Weg zur Wallgauer Alm.







Hoffentlich belassen die Weidegenossen den schmalen Pfad so, wie er jetzt ist.



Und dann bin ich da - keine halbe Stunde dauert der schöne Weg. Die Wallgauer Alm wurde vor ein paar Jahren neu erbaut und ist ein kleines Wirtshaus mit Toiletten und fließendem Wasser. Hier gibt es einen sehr guten Kaffee und leckeren Kuchen. Da noch Zeit bis zur Busabfahrt ist, steige ich nochmal ein bisschen die Wiese rauf und suche mir ein schönes Plätzchen - zum "outdoor-stricken". Irgendwie hab ich doch noch Hemmungen, die Nadeln auf der Almterrasse klappern zu lassen ...



Ein paar Reihen Trillian kriege ich genadelt, bevor ich die gute Viertelstunde zur Bushaltestelle abwärts wandere.

Der Bus ist voll und stickig, aber "liaba schlecht g'fahrn wia guat ganga ...." und Erika vom Reisebüro Ferienglück macht einen kleinen Umweg, damit ich nicht allzuweit nach Hause habe.

Kommentare:

  1. Herrlich was du für eine schöne Landschaft direkt vor der Haustür hast :-)

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  2. Liebe christine!

    Wie ich sehe, genießt Du Deinen Urlaub und bist auf dem besten Wege aus Deinem Blog ein wunderschönes Wandertagebuch zu machen. Nur weiter so, wir lesen alle gerne mit und bewundern Deine schönen Ausflugsbilder samt ansprechendem Text!
    Liebe Grüße, Sylvia

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