Sonntag, 5. Juni 2011

"Pilger-Geburtstag"



Gestern habe ich aufgrund meines Dienstplans meinen Geburtstag vorgefeiert.
Ist es schon Tradition, wenn man zwei Jahre hintereinander dasselbe macht?

Letztes Jahr an meinem Geburtstag habe ich zusammen mit meiner Freundin Angelika meinen persönlichen Pilgerweg gestartet. Ich habe mir vorerst die Strecke von München zum Bodensee ausgesucht und mir den Pilgerführer "Der Münchner Jakobsweg" von Monika Hanna dazu gekauft.

Die erste Etappe führte uns vom Angerkloster in München an der Isar entlang bis nach Kloster Schäftlarn.
Bemerkenswert war das strahlend sonnige Wetter, das sich nach langen Regentagen pünktlich zu meinem Geburtstag eingestellt hat.


Es war ein wunderbarer Geburtstag, der mit Piccolo und Knabbereien im Zug begann und nach ca. 25 km sehr abwechslungsreichem Weg in der Klosterkirche Schäftlarn und anschließend im Biergarten endete. Eigentlich nicht so ganz, denn per S-Bahn und Zug mussten wir ja wieder zurück nach Hause.






Ein paar Wochen später haben wir, verstärkt durch meine Schwester und Angelika's Hund Balu, die zweite Etappe, beginnend in Kloster Schäftlarn bis zum Kloster Andechs "gepackt".

Wieder ein sehr schöner Tag, der mich körperlich ziemlich gefordert aber auch total zufriedengestellt hat.









Im Oktober gelang es Angelika, Susanne und mir doch noch einmal, einen gemeinsamen Termin zu finden und wir haben von Kloster Andechs aus über Herrsching den Ammersee bis nach Schondorf "umrundet".






Trotz meines "Freiflug's" über einen Markstein habe ich das Ziel erreicht, die Digicam meines Sohnes hat diese Eskapade leider nicht überlebt.

Damit ich aber weiterhin schöne Fotos machen kann, habe ich ihm diese bald ersetzt.






Und ganz schnell ist der Winter und der Frühling vergangen und wieder ist Geburtstag und wieder wird gepilgert.

Wie es sich für Geburtstag gehört, starten wir bei strahlendem Sonnenschein in Schondorf am Ammersee. Angelikas Auto haben wir in Weilheim gelassen und sind per Bahn hier her gekommen.

Los geht es, richtig pilgermässig, in der Kirche. Eine wunderschöne Jakobskirche, an die sich gleich ein Biergarten anschließt. Ein idyllisches Plätzchen, aber wir wollen ja nun endlich los.



Schon finden wir die erste Pilgermuschel, die uns heute den Weg zeigen wird - und gleich danben, welche Freude, ein wichtiges Örtchen.





 
Bis Diessen laufen wir immer in Seenähe, vorbei an schönen Villen, herrlichen Gärten, im schattigen Wald - einfach nur schön! Ab und zu haben wir einen Blick auf Kloster Andechs - sooooo weit sind wir beim letzten Mal gelaufen.



 
Unterwegs lädt uns ein hübsches Kirchlein zu einer kühlen Verschnaufpause ein.


  








Mittagessen gibt es im Diessener Kino - ein nettes mexikanisches Restaurant mit schattiger Terrasse findet "Gnade vor unseren Augen".

Sind sie nicht schön, unsere beiden Rucksäcke ???
Links meiner, ein Weihnachtsgeschenk, rechts der von Angelika, ihr Geburtstagswunsch.



Danach geht es zum ersten Mal bergauf bis zum wunderschönen Diessener Marienmünster. Leider können wir es wegen einer Trauung nicht besichtigen, aber ich freue mich über einen Pilgerstempel.

Nun haben wir gut die Hälfte der ca. 25 km Wegstrecke geschafft.
Auf wenig frequentiertem Weg durch Wald, zwischen Wiesen, landschaftlich sehr schön, teilweise aber auch ziemlich sonnig, am Ende auch noch reichlich bergauf ,geht es weiter.






Unterwegs treffen wir auf zwei ältere Herren, die - oh Wunder - auch "Geburtstags-Pilgern", allerdings nur von Diessen bis Wessobrunn, morgen dann weiter bis Hohenpeißenberg. Besonders freut mich, dass einer der Herren, der bereits in  Santiago gewesen war, auch den Franziskusweg von Florenz nach Assisi begangen hat. Schön, dass wir ein Stück Wegstrecke zusammen gehen können. Als die Herren unterwegs auf einen Teil ihrer Gruppe treffen, laufen wir alleine weiter.

Langsam wird  es mühsam, ein langes, ansteigendes, geteertes Stück Feldweg liegt vor uns. Als wir das geschafft haben, sehen wir die Häuser des Örtchens Heid. Rundherum wunderbare Aussicht und in der Ferne bereits Hohenpeißenberg, da kommen wir auf der nächsten Etappe vorbei.

Nun kann es nicht mehr weit sein....



Gut, dass wir heute nur noch bis Wessobrunn wollen ....

Ein paar Meter bergab und da ist dann auch schon die Klostermauer und gleich darauf auch die Kirche zu sehen. Endlich !!!




Die Kirche können wir besichtigen, die Klosterpforte ist leider geschlossen, so gibt es keinen Pilgerstempel. Schade, aber ich komme ja noch einmal hier vorbei.


 

Langsam zieht ein Gewitter auf, wir sind müde, lustlos und hungrig. Gut, daß gleich in der Nähe der Gasthof Post auf uns wartet. Wir freuen uns, dass es noch möglich ist, draußen zu sitzen. Bald lassen wir uns ein gutes Süppchen und ich meinen obligatorischen Erdbeerkuchen schmecken.

Mit dem Taxi geht es zurück nach Weilheim, wo wir bei Platzregen und Gewitter ruckzuck den Umstieg bewältigen. Angelika sieht wie eine getaufte Maus aus und Balu hat durch Hagelgeprassel, Blitz und Donner nun endgültig genug von diesem Tag.

Nach gut zwölf Stunden bin ich wieder zu Hause, genieße ein heißes Bad und eine kühle Radlerhalbe.

Ein wahrhaft gelungener "Pilger-Geburtstag".



1 Kommentar:

  1. Hallo Christine!
    Ja, sag mal, was hast Du Dir denn da Schönes ausgedacht?! Ein Pilger-Geburtstag, das höre ich jetzt zum erstenmal und sieht, Deinen Bildern und dem Text zu schließen, total wunderbar aus! Die Strecke, die Du da beschreibst - einfach ein Traum! Wenn ich in Pension bin, so in gut 9 - 10 Jahren, und Ihr wandert dann immer noch, würde ich doch mal gerne ein Stückchen mit Euch gehen. Die Klöster und Kirchen finde ich besonders schön. Ich hab ja auch schon immer mal an so eine Einkehrwoche in einem Kloster gedacht. Und das, obwohl ich an gar nichts glaube, zumindest nicht an den Gott der Bibel, nein, eigentlich an gar keinen! Und doch wäre das ein großer Wunsch von mir! Was sagst denn jetzt?
    Jedenfalls bin ich von dieser Wanderung begeistert!
    Liebe Grüße, Sylvia

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